Clemens Heni: „Hitler good – killed Jews“

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Anmerkung der Herausgeber:
Bitte unterstützen Sie die Petition gegen diese Ausstellung „
No anti-Semitic Exhibition „Wall-on-Wall“ in BERLIN

http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=31&Param_Red=9747

Der Fotograf Kai Wiedenhöfer (Jg. 1966) möchte in Berlin auf den längsten erhaltenen Teil der Berliner Mauer Bilder des israelischen Antiterrorzaunes kleben und so seine Ausstellung „Wall-on-Wall“ begründen. Mauern seien doch böse, grenzten aus und verursachten Leid und Elend.

Der größten Fraktion im Bezirksparlament sowie der Mehrheit der Bezirksregierung selbst, den Bündnis 90/Die Grünen, war das etwas zu eindeutig antiisraelisch, weshalb sie sinngemäß forderten: „Mensch, erweitere das doch wenigstens um ein paar andere beliebige Mauern, wie in USA etc.“.

Gesagt, getan. Jetzt soll es unter großer, einmütiger Zustimmung der Grünen und der Fraktion Die Linke – die sich beide am 16.04.2008 in Berlin-Kreuzberg im Ballhaus bei der die kommende Woche, am 23.04. stattfindenden Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vorbereitenden Sitzung des Ausschusses für Kultur und Bildung mit 8 gegen 4 Stimmen bei einer Enthaltung für die Ausstellung aussprachen – beschlossen werden: Die Ausstellung „Wall-on-Wall“ soll Bilder der „israelischen Mauer“ – so die Worte der 54jährigen Bezirksverordneten und Ausschussvorsitzenden Elvira Pichler von Bündnis 90/Die Grünen – sowie der Mauer in Belfast (Nordirland) und der amerikanisch-mexikanischen Grenzanlage zeigen.

Kritik der FDP, namentlich von Gumbert Salonek, und der SPD, wie von Frau Dorit Lorenz, weiteren SPD-Mitgliedern wie Lorenz Postler sowie anwesenden Gästen, diese geplante Ausstellung sei antiisraelisch, verharmlose zudem grotesk die diktatorische Mauer der DDR und wolle vor allem nicht sehen, dass Juden in Israel vor Selbstmordattentätern und anderen Terroristen, welche allein zwischen dem Herbst 2000 und 2004 fast 1000 Israeli brutal, feige und hinterhältig ermordet haben, geschützt werden sollen und durch den Antiterrorzaun auch de facto geschützt werden, wurde abgewehrt. Selbstgefällig beharrten die Grünen, wie Daniel Wesener, Norbert Kliesch oder Dr. Wolfgang Lenk auf der „Freiheit der Kunst“.

Die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung, Regine Sommer-Wetter von der Fraktion Die Linke, zog ihren Antrag, vom Bezirksamt vor Beginn der Ausstellung eine Stellungnahme zu publizieren bzw. zu verlesen, wonach der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg „das Existenzrecht“ Israels anerkenne, schließlich wieder zurück.

Es war deutlich zu spüren, wie unwohl ihr war und der Druck der anwesenden Grünen war bemerkenswert. Es liegt zudem ein Freudscher Versprecher vor: Denn implizit hieße das ja, die Ausstellung sei womöglich antiisraelisch, denn warum extra zuvor betonen, das Bezirksamt sei für „das Existenzrecht Israels“?

Wer jedoch ist der Fotograf Kai Wiedenhöfer, um dessen Fotografien es hier geht? Seit 1989 ist er unterwegs in den Gebieten der heutigen Palästinensischen Autonomiebehörde und macht Bilder. Er studierte in Syrien, lernte Arabisch und macht keinen Hehl aus seiner einseitigen Position für die Palästinenser.

Das wird auch dadurch deutlich, dass er eine Internetseite bei Anis online, Anis Hamadeh, einem bekannten deutsch-palästinensischen Antizionisten, eingerichtet hat http://www.anis-online.de/1/rooms/kai.htm . In einem Begleittext für das Photobuch „Perfect Peace – The Palestinians from Intifada to Intifada“ von 2002 – mitten in der Hochphase der Zweiten Intifada – schreibt er bei anis-online, dass ohne den Holocaust die bösen Juden nicht zu Israeli hätten mutieren können.

Bezüglich eines deutschen Dorfes und eines israelischen Soldaten (Ofer Marx), der ihn kontrolliert und auf Wiedenhöfers schwäbische Herkunft aufmerksam wird, schreibt der Fotograf nämlich:

„Fast alle Juden des Dorfes wurden im Holocaust ermordet, nur der Friedhof und eine Gedenktafel am Platz der Synagoge erinnern noch an sie. Hätte es den Massenmord nicht gegeben, würde Ofer vielleicht in diesen Morgenstunden im Hörsaal einer deutschen Universität sitzen, statt palästinensische Ausweise zu kontrollieren.“

Täglich stimmt sich Wiedenhöfer bei sich „daheim“ so auf die Beschäftigung mit Israel ein: Ein Gedicht des bekannten antijüdischen Juden Erich Fried hängt „an meiner Magnetwand“:

„Eure Sehnsucht war
wie die anderen Völker zu werden
die euch mordeten
Nun seid ihr geworden wie sie
Ihr habt überlebt
die zu euch grausam waren
Lebt ihre Grausamkeit
in euch weiter?“

Das ist ein bekanntes antisemitisches Muster nach Auschwitz: Juden als Nazis, ein Kernbestandteil von sekundärem Antisemitismus und neuem Antisemitismus gleichermaßen.

Besonders beliebt sind Juden wie Erich Fried, wenn sie solche grotesken Verzerrungen der Wirklichkeit äußern, sie dienen als „jüdische Kronzeugen“. Deren Funktion zumal für die Deutschen nach 1945 analysierte der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno schon Anfang der 1950er Jahre.

Nicht nur in linken Kreisen, zumal in der arabisch-muslimischen Welt ist diese Schuldumkehr und antijüdische Agitation beliebt. Wiedenhöfer schreibt und erzählt somit folgerichtig, konsequent und unkommentiert (!):

„Die Arbeit ist ermüdend. Manchmal stehe ich zweifelnd morgens in meiner Wohnung, vier Stockwerke über der Omar Muchtar, der Hauptstraße im Zentrum Gazas. Mein Blick wandert über das betongraue Häusermeer: Kenne ich das alles nicht in- und auswendig? Muß ich mir jeden Tag den gleichen Unsinn antun? Zum x-tenmal höre ich ‚Hitler good, killed Jews‘, weil die eingepferchten Palästinenser nicht über den Zaun ihres Homelands Gaza schauen können.“

Für Wiedenhöfer sind also die Juden selbst schuld, dass sie heute mit Nazis verglichen werden und Hitler gelobt wird für den Holocaust. Er analysiert überhaupt nicht islamischen und arabischen, zumal palästinensischen Antisemitismus, wie es ein Forscher tun würde. Er nimmt ihn einfach so auf in seinen Alltag und projiziert die Schuld einzig und allein auf die Juden und Israeli.

Wer so argumentiert und solche palästinensischen Judenhasser, seien es Erwachsene, Alte, Kinder oder Teenager, nicht kommentiert und bekämpft, hat aus Treblinka und Babi Yar, Chelmo und Auschwitz nichts gelernt. Das ist keine „Freiheit der Kunst“, wie es die Grünen oder Die Linke in der BVV in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg suggerieren.

Hier ist ein Überzeugungstäter am Werke. Wiedenhöfer selbst sagt von sich, und da wird ja so schon fast komisch-lustig:

„Ich glaube, daß mein beharrliches Arbeiten ein gutes Ergebnis hervorbringt. Schwäbisch-protestantisches Arbeitsethos mischt sich mit einer Art Schützengrabenmentalität, der ich nicht entrinnen kann“.

Er ist also ein Soldat mit der Kamera und möchte Propaganda gegen Israel machen, auf die antijüdischen Implikationen gerade des „Schwäbisch-protestantischen Arbeitsethos“ -ich verweise nur auf Luthers antijüdische, protestantische Texte, welche darauf abzielten, dass Juden nichts arbeiteten – sei zumindest hingewiesen.

So also schreibt Wiedenhöfer 2002; 2007 in seinem zweiten Fotobuch im Göttingen Steidlverlag, welches die Vorlage für die jetzige Ausstellung hergibt und „Wall“ heißt, sieht es genauso aus. Hier wird jetzt wiederum Israel mit den Nazis/Deutschen gleichgesetzt, wenn er wiederum ohne Kommentar auf Seite 92/93 ein Graffiti auf einem Teilstück der Anti-Terrormauer in Israel abbildet, so „Warsaw 1943“ und ein Hakenkreuz mit Israel und dem Davidstern gleichgesetzt werden, zudem „American Money“ und „Israeli Apartheid“ angeklagt werden. Die Hetze gegen Israel als Apartheid-Staat ist typischer Ausdruck des neuen Antisemitismus.

Anti-Israelismus ist ein Teilbereich des Antisemitismus, was die Forschungen weltweit bekannter und renommierter Anisemitismusforscher wie Prof. Robert Wistrich vom Vidal Sassoon International Center fort he Study of Antisemitism an der Hebräischen Universität Jerusalem, Prof. Pierre-André Taguieff vom Centre national de la recherche scientifique (CNRS), der größten staatlichen Forschungseinrichtung in Frankreich, oder Prof. Alan Dershowitz von der Harvard Law School an der Harvard University in den Vereinigten Staaten von Amerika belegen.

Der politische Extremismus von Kai Wiedenhöfer wird mit seiner Internetpräsenz bei Anis-online untermauert. Er zitiert nicht nur Palästinenser, die unwidersprochen Hitler loben dürfen wegen dessen Ermordung von sechs Millionen Juden, nein: er steht auch in direkter Nähe zu ebenso problematischen Autoren und Publizisten wie Dr. Ludwig Watzal, der wegen seiner häufigen antiisraelischen Texte ins Gerede gekommen ist. Mittlerweile liegen Anfragen an Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und ihrer Vorsitzeden Lala Süsskind, dem Generalsekretär des Bundesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden in Österreich, Raimund Fastenbauerder oder auch des NGO-Koordinierungsrates unter Federführung von Prof. Gerd Weisskirchen, Bundestagsabgeordneter der SPD, Außenpolitischer Sprecher der SPD Bundestagsfraktion und persönlicher Beauftragter des OSZE- Vorsitzenden zur Bekämpfung des Antisemitismus vor, welche eine Beendigung der Beschäftigung Watzals für die Bundeszentrale für politische Bildung fordern, worüber die nationale und internationale Presse berichtete.

Schließlich weist auch die Historikerin Dr. Juliane Wetzel vom Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin Watzal den Gebrauch von „antijüdischen Stereotypen“ nach. Der Tagesspiegel berichtete über den Fall Watzal ebenso kritisch http://www.tagesspiegel.de/politik/div/Anitsemitismus;art771,2507211 . Was sagt Anis dazu? „Anis‘ Kommentar: Wieder einmal gehen Zionisten und Philosemiten gegen Menschenrechtler vor“. http://www.anis-online.de/mediendatenbank/medienschau.htm

Für Anis sind Juden oder israelfreundliche Politiker wie Gert Weisskirchen „Zionisten“ bzw. „Philosemiten“, welche gegen „Menschenrechtler“ vorgingen. Anis online dagegen möchte demnach lieber ein Antisemit sein, wenn er „Philosemit“ so aggressiv negativ konnotiert. Das ist die politisch-künstlerische Internet-Heimat von Kai Wiedenhöfer.

Watzal wiederum hat Wiedenhöfers Buch „Wall“ sehr lobend rezensiert http://www.saar.at/gelesen/pdf/Rez_Int_307_Wall.pdf , was nicht verwundert, hat doch Watzal auch eine Seite auf Anis-online http://www.anis-online.de/1/rooms/ludwig-watzal/index.htm .

Das politische Weltbild, die Ideologie Kai Wiedenhöfers ist evident. Er ist stolz auf seine schwäbisch-protestantische Herkunft, er lässt Palästinenser unkommentiert davon reden, dass es gut gewesen sei, dass Hitler die Juden ermordete, ja rechtfertigt diese Sicht ganz gezielt, bewusst und explizit, wenn er im Anschluss an dieses eklige Diffamierung sagt, dass die „eingepferchten Palästinenser nicht über den Zaun ihres Homelands Gaza schauen können“. Palästinenser werden demnach von Israeli wie Tiere behandelt („eingepfercht“). In schuldprojektiver, geradezu paradigmatischer Art und Weise werden bei Wiedenhöfer die Juden zu Tätern, die sich der gleichen Methoden bedienten wie damals die Nazis bzw. die Deutschen im Nationalsozialismus. „Homeland“ wiederum hießen bekanntlich die Gebiete für die Schwarzen im Apartheidstaat Südafrika. Israel so eindeutig mit Südafrika gleich zu setzen ist antisemitisch.

Wo ist da die Freiheit der Kunst erkennbar?

Der Fotograf und Texter generiert antiisraelische und antisemitische Ideologeme. Jede und jeder, die oder der mit ihm eine Ausstellung machen, wissen nun, dass es nicht die „Freiheit der Kunst“ ist, um welche es bei der geplanten antiisraelischen Fotoausstellung an der Berliner Mauer an der Mühlenstrasse in Berlin geht. Es geht um Hass auf Israel, weshalb Wiedenhöfer auch zu Hause bei sich das antijüdische Gedicht von Erich Fried herumhängen hat, welches die Juden als die Nazis von heute diffamiert.

Diese Töne sind jene des neuen Antisemitismus. Der Antiisraelismus ist der Antisemitismus nach Auschwitz. Kai Wiedenhöfer, Adrienne Goehler (als Kuratorin) und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg unter der Leitung von Dr. Franz Schulz (Bündnis 90/Die Grünen) sowie die Mehrheit der Bezirksverordnetenversammlung wollen demnach mit der geplanten Ausstellung „Wall-on-Wall“ diesem Antisemitismus Vorschub geben.

Sie wissen was sie tun.

Clemens Heni: „Hitler good – killed Jews“

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